Was sich an der Suche verändert
Bei vielen Fragen bekommen Nutzer heute zuerst eine zusammengefasste Antwort statt einer Liste von Suchergebnissen. Google zeigt AI Overviews über den Suchergebnissen und bietet mit dem AI Mode eine eigene Oberfläche für längere Fragen. Systeme wie ChatGPT und Perplexity können für aktuelle Antworten Webquellen einbeziehen und nennen diese dann als Quellen. Gemini, Microsoft Copilot und Claude bieten ähnliche Funktionen.
Die Dienste unterscheiden sich darin, wie sie suchen, wie viele Quellen sie zeigen und wie deutlich sie verlinken. Gemeinsam ist ihnen: Die Antwort steht im Vordergrund, der Link zur Quelle rückt nach hinten.
Was das für Unternehmen bedeutet
Weniger Klicks bei einfachen Fragen. Wer nur eine Definition oder einen Richtwert sucht, findet ihn oft direkt in der Antwort. Seiten, die vor allem solche Fragen beantworten, können dadurch Besucher verlieren, auch wenn ihre Rankings stabil bleiben.
Genannt werden zählt. In einer generierten Antwort gibt es keine Position sieben. Entweder ein Unternehmen wird genannt oder verlinkt, oder es kommt in dieser Antwort nicht vor.
Die Vorauswahl passiert früher. Bei Vergleichsfragen wie „Welche Agentur betreut Google Ads in München?“ fasst das System Anbieter und Kriterien zusammen, bevor jemand eine Website besucht. Wer danach klickt, hat oft schon eine engere Auswahl im Kopf.
Traffic allein sagt weniger aus. Sinkende Besucherzahlen bei gleichbleibenden Anfragen können bedeuten, dass einfache Fragen jetzt direkt in der Antwort beantwortet werden. Anfragen und Conversions gehören deshalb neben den Traffic in jede Auswertung.
Die Customer Journey mit KI-Suche
Bisher: Suchanfrage → Klick auf eine Website → Anfrage
Zusätzlich heute: Frage an ein KI-System → Antwort mit oder ohne deine Marke → eventuell Websitebesuch → Anfrage
Das ersetzt die klassische Suche nicht, es kommt dazu. Dieselbe Person nutzt je nach Frage Google, ChatGPT oder beides.
Was du konkret tun kannst
Die Grundlagen überschneiden sich stark mit gutem SEO. Die Unterschiede im Detail stehen in AIO und GEO vs. SEO. Bei KI-Suche fallen vor allem diese Punkte ins Gewicht:
- Einheitliche Unternehmensdaten. Name, Angebot, Standort und Kontakt auf Website, Google-Unternehmensprofil, LinkedIn und in Branchenverzeichnissen gleich halten.
- Fragen direkt beantworten. Klare Überschriften, kurze Definitionen, Listen und Tabellen, wo sie die Antwort verständlicher machen.
- Erwähnungen in relevanten Quellen. Fachbeiträge, Interviews, Podcasts oder Branchenreports. Ein Wikipedia-Eintrag kommt nur in Frage, wenn ein Unternehmen die Relevanzkriterien der Wikipedia tatsächlich erfüllt. Selbst geschriebene Werbeeinträge werden dort in der Regel gelöscht.
- Technische Zugänglichkeit. Prüfen, ob robots.txt oder ein Bot-Schutz legitime Crawler aussperrt, etwa den Googlebot, OpenAIs OAI-SearchBot oder den PerplexityBot.
- Stichproben. Die wichtigsten Kundenfragen regelmäßig in den relevanten Systemen stellen und dokumentieren, wer genannt wird.
Modellwissen und Websuche
Eine KI-Antwort kann auf dem beruhen, was das Modell im Training gelernt hat, auf Quellen, die das System während der Anfrage abruft, oder auf einer Kombination aus beidem. Aktuelle Webinhalte kommen in der Regel über diesen Abruf in die Antwort, meist über eine Websuche. Wann ein System sucht, welche Quellen es heranzieht und wie es sie gewichtet, unterscheidet sich nach Anbieter und Produkt und ist oft nicht offengelegt.
Für neue oder geänderte Inhalte ist deshalb vor allem der Abruf während der Anfrage relevant. Ob Inhalte später in das Training eines Modells einfließen, ist ein davon getrennter Prozess. Er hängt vom Anbieter ab und teilweise von den Einstellungen der Website, etwa in der robots.txt, weil einige Anbieter für Suche und Training unterschiedliche Crawler einsetzen. Kurzfristige Tricks helfen in beiden Fällen wenig. Was trägt, ist dieselbe beständige Arbeit an Inhalten und Reputation wie im SEO.
Weiterlesen
- Was ist AIO?: die Begriffe AIO, GEO, AEO und AXO eingeordnet
- AXO: Agent Experience Optimization: Websites für KI-Agenten zugänglich machen
- GEO: wie wir Sichtbarkeit in generierten Antworten angehen



